Ein Futterwechsel ist für viele Hunde kein Problem – wenn man ihn nicht zu abrupt angeht. Der Darm braucht Zeit, sich an neue Zutaten, einen anderen Fettgehalt oder eine neue Proteinquelle anzupassen. Wird zu schnell gewechselt, reagieren manche Hunde mit weichem Kot, Durchfall, Blähungen oder Appetitproblemen. Das ist nicht automatisch ein Zeichen für „schlechtes“ Futter, sondern oft schlicht ein Zeichen für eine zu schnelle Umstellung.
Der wichtigste Grundsatz lautet: nur eine Veränderung zur Zeit. Wenn du das Futter wechselst, ändere nicht gleichzeitig das Trainingssnack-Sortiment, den Kauartikel, die Fütterungszeiten und die Portionsgröße. Je weniger Variablen, desto leichter erkennst du, was dein Hund gut verträgt – und was nicht.
Schritt 1: Zeitpunkt bewusst wählen
Stell möglichst nicht um, wenn ohnehin viel los ist: Urlaub, Umzug, viele neue Eindrücke, Medikamente oder akuter Durchfall sind schlechte Zeitpunkte. Ideal ist eine ruhige Phase mit stabiler Routine.
Schritt 2: Langsam mischen statt sofort ersetzen
In der Praxis bewährt sich eine Umstellung über mehrere Tage. Häufig funktioniert das als stufenweiser Mix: erst überwiegend das bisherige Futter, dann nach und nach mehr vom neuen. Je empfindlicher der Hund, desto langsamer. Wenn dein Hund bekannt sensibel reagiert, ist ein langsamerer Wechsel deutlich besser als „Augen zu und durch“.
Schritt 3: Portionsgröße im Blick behalten
Nicht jedes Futter hat die gleiche Energiedichte. Gerade der Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter oder zwischen sehr unterschiedlichen Rezepturen kann dazu führen, dass du unbemerkt über- oder unterfütterst. Orientiere dich an den Herstellerangaben als Startpunkt – und beobachte dann Gewicht, Körpergefühl und Energielevel. Das Ziel ist ein stabiles Gewicht und ein Hund, der mit der Menge gut zurechtkommt.
Schritt 4: Snacks und Kauartikel mitrechnen
Viele „Futterprobleme“ entstehen, weil parallel zur Umstellung weiterhin viele Snacks gegeben werden – oft sogar neue Snacks, weil man ohnehin gerade „umstellt“. Das macht es dem Darm schwerer und verfälscht die Beobachtung. Während einer Umstellung gilt: Snacks reduzieren, bei bekannten, gut verträglichen Optionen bleiben und Kauartikel eher sparsam einsetzen.
Schritt 5: Beobachten – aber richtig
Ein bisschen Veränderung ist normal: Kot kann kurz weicher sein, der Hund kann anfangs anders fressen oder mehr trinken. Wichtig ist der Verlauf. Wenn es sich innerhalb weniger Tage stabilisiert, ist das häufig ein gutes Zeichen. Wenn Beschwerden stark sind, länger anhalten oder sich verschlimmern, solltest du die Umstellung verlangsamen oder pausieren.
Wann du den Tierarzt einbeziehen solltest
Tierärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn dein Hund Vorerkrankungen hat (z. B. chronische Magen-Darm-Themen, Pankreas-, Leber- oder Nierenerkrankungen), wenn eine Futtermittelallergie im Raum steht oder wenn dein Hund Medikamente bekommt. Auch bei deutlichen Symptomen wie wiederholtem Erbrechen, anhaltendem Durchfall, Blut im Kot, deutlicher Mattigkeit oder starkem Gewichtsverlust gilt: nicht experimentieren, sondern abklären.
Kombinieren von Futtern: möglich, aber bewusst
Viele Hunde kommen gut damit zurecht, wenn z. B. Trocken- und Nassfutter kombiniert werden. Entscheidend ist, dass die Gesamtration passt und du nicht ständig zwischen Proteinquellen hin und her springst. Wenn du kombinierst, halte die Zusammensetzung stabil und ändere nicht permanent.
Am Ende ist ein guter Futterwechsel kein „Hauruck“, sondern ein sauberes Vorgehen: ruhig, schrittweise und mit Blick auf alles, was zusätzlich in den Hund geht. So erhöhst du die Chance, dass dein Hund das neue Futter gut akzeptiert und die Verdauung stabil bleibt.